Der Eisenbrecher – Geliebter Eidfreund oder nervtötender Biersüchtiger?
Original: Saschque @Quelle
Ok, zum Anfang soll ersteinmal geklärt werden: Was ist ein Eisenbrecher?
Der Eisenbrecher ist, allem Anschein nach, zunächst ein Zwerg. Ein dicker Zwerg! Oder doch nur fett gepanzert?
In jedem Falle führt er bei WAR die Rolle als Tank (engl. für Panzer) aus, d.h. die leichte Infanterie (Hexenjäger, Slayer etc.) versteckt sich hinter seinem dicken Hintern, um längstmöglich größtmöglichen Schaden auszuteilen, der Zwergen-Sandsack selbst macht nicht viel Schaden, doch er muss viel einstecken können. So lautet jedenfalls die Theorie.
In der PvE-Praxis sieht es auch recht ähnlich aus: Richtig ausgerüstet (die richtigen Behütungen) und mit den passenden Taktiken (z.B. lang gehegter Groll) kann ein Eisenb(r)echer seinem Namen alle Ehre machen! Mit “grollender Hieb”, verteiltem “Bewachen” und genügend Groll baut er soviel Hass beim gegnerischen Mob auf, sodass dieser sich komplett auf ihn konzentriert. Durch seine dicke Panzerung und recht vielen HP (Hey, Zwerge sind bekannt dafür, zäh zu sein!) kann ein Heiler ihn ziemlich gut am Leben halten, die Damage Dealer töten den Mob, alle sind froh und glücklich und am Ende heiratet der Prinz die schlafende Prinzessin.. ääh ‘tschuldigung, falsche Geschichte!
Moment, werden jetzt viele sagen, im PvE kann ich doch auch den Schwertmeister oder den Ritter des Sonnenordens zum “tanken” nehmen, dazu brauche ich doch nicht unbedingt den fetten, zu kurz geratenen Kniebeißer!
Ja ihr habt prinzipiell Recht! Der Ritter des Sonnenordens ist hilfreich mit seinen Auren, und mit der Balance-Mechanik des Schwertmeisters kann man auch zusätzlich noch ordentlich “Dämmätsch!” machen. Doch kein Tank ist tankiger und von der Mehrheit der Spieler im PvE so gerne gesehen wie ein Einhandaxt/Schild-Zwerg. Er blockt recht viele Angriffe einfach weg, kann seine Verbündeten mit “Eidfreund” und diversen Angriffen wie “geschützter Schlag” kurzzeitig buffen und so schnell auf verschiedene unerwartete Situationen reagieren, und außerdem (wie oben schon genannt) : Hey, Zwerge sind bekannt dafür, zäh zu sein! Fragt mal einen Ork-Koch eures Vertrauens!
Ein Zwerg fühlt sich zwar unter Tage wie Zuhause und liebt es, in dunklen Dungeons nach Schätzen zu suchen, doch den Großteil seiner Lebenszeit wird ein Eidträger wohl eher auf dem offenen Schlachtfeld zu finden sein – ohne Heiler liegend, frustriert und mit Iron-Maiden-Gedenkgrabstein (auch als Releasebutton bekannt), jedoch mit Unterstützung meist ganz vorn im Kampfgewimmel.
Egal ob Einhand/Schild oder Großaxt, ein Dos’nstump’n kann vielfach im PvP bzw RvR eingesetzt werden: zum Gegner nerven mit einer Anzahl von Verlangsamungen, Festhalteeffekten, Angriffen zum Zurück- oder Niederschlagen (…), zum Beschützen der meist dünner angezogenen Heilerkollegen, zum Stören oder Heraussieben feindlicher Heiler aus der Masse des Gegners usw usf.
Ihr seht, er ist vielfältig anwendbar und nur eure eigene Vorstellungskraft setzt euch Grenzen (nagut, vielleicht doch eher Mythic
)
An dieser Stelle sei gesagt: beim Eisenbrecher dreht sich fast alles um Groll: Groll aufbauen, Groll ausgeben, durch Groll Angriffe oder Fähigkeiten Verbessern… Doch was ist Groll?
Nunja, ein Zwerg hegt Groll gegen alles und jeden der ihn auch nur im entferntesten in seiner Ehre kränkt. Die Liste des Grolls eines einzigen Bartlings ist bereits länger als der längste Langbart aller Langbärte. Und je mehr Groll ein Zwerg ansammelt, desto wütender wird er, und beim Eisenbrecher ist das nichts anderes! Wie er damit umgeht, das hängt ab von seiner Spezialisierung: Ein Stein-Eisenbrecher wird den Groll meist dafür verwenden, um Fähigkeiten auszufühen und ihn danach abbauen. Ein Vergeltungszwerg verstärkt seine Angriffe, je mehr Groll er hegt. Und beim Bruderschaftskollegen kommt von allem ein bischen zusammen. Doch nun weiter im Text zu den einzelnen Pfaden:
Falls ihr euch auf Verteidigung und somit auf den Pfad des Steins spezialisieren wollt, ist die Taktik “Schildmeisterung” und die Fähigkeit “Eidstein” ein Muss. Durch diese Taktik erhöht sich die Blockchance um 10% und ihr erleidet 5% weniger Schaden, wenn ihr ein Schild tragt. Passend dazu kann ich auch noch “erfahrener Veteran” empfehlen: Man erhält jedesmal wenn man blockt für 5 Sekunden 15% weniger Schaden. Dadurch erhöht sich das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Dosenzwerges zusätzlich enorm.
“Eidstein” ist eine geniale Fähigkeit: Der Feind erwartet von einem Tank nicht besonders viel mehr als Schaden einzustecken und konzentriert sich eher aufs draufhau’n un’ kaputtschlag’n anstatt auf seine eigene Verteidigung.Doch ist erst “Eidstein” aktiviert worden, werden die nächsten 4 Attacken nahzu immer geblockt und der Angreifer erhält Schaden abhänig vom gesammelten Groll, bei 100 Groll und voller Stein-Spezialisierung pro Block 750 Schaden. Das bedeutet, dass man mal eben durchs Blocken insgesamt 3000 Schaden(!) innerhalb kurzer Zeit austeilen kann, und das als Tank. Hexenkriegerinnen werden blöd gucken, euch schnell verlangsamen und sich dann tarnen, um abzuhauen (falls es nicht schon zu spät ist), denn: It really kicks ass! Hinter eurem Schild könnt ihr zugucken und lachen während sich der Gegner selbst vernichtet! Achja, und mit der oben genannten Taktik gibt es ja dann auch noch für 5s weniger Schaden, was will man mehr?
Für die Tanks unter euch, die Heiler nerven wollen, lohnt sich noch “Schild des Vergeltungsschlages” mit “furious Reprisal” einzusetzen. Wenn ihr damit Gegner niederschlagt, erhöht sich der global Cooldown ihrer Fähigkeiten um 5 Sekunden. Das bedeutet weitere 5 Sekunden ohne Heilung für irgendjemanden – tödlich an der Front! Ihr werdet wissen wovon ich speche, wenn ihr mal ohne Heiler in den Destro-Zerg rennt.
Als sozialer Gruppen-Unterstützer lohnt es sich weiterhin, in den Pfad der Bruderschaft zu investieren. Wie auch im Pve ist es im PvP sinnvoll, sich und seinen Eidfreund durch verschiedene Angriffe kurzfristig zu buffen. Dabei ist Fingerspitzengefühl bei der Wahl des Eidfreunds gefragt:
Da ein angegriffener Eidfreund einen Zwerg genauso wütend macht wie schales Bier, erhaltet ihr für jeden Treffer den euer Eidfreund erleidet ebenfalls Groll. “Inspiring Attack” erhöht die Willenskraft und ist somit für einen Heiler-Eidfreund bestens geeignet, jedoch richtet sich die Höhe des Buffs nach Groll. Ihr solltet daher schon ein bisschen Groll aufgebaut haben, bevor ihr den Stoffie bufft. Dies bedeutet, erst einen Nahkämpfer als Eidfreund wählen, um Groll aufzubauen (und gegebenenfalls auch zu buffen durch “geschützter Angriff” u.ä.), und dann erst euren Heiler. Viele Kleinigkeiten sind zu beachten, aber mit ihnen umzugehen lernt ihr auf dem Schlachtfeld, keine Sorge!
Außerdem lohnt noch “Erdrüttler” zu kaufen: Mindestens 500 Schaden für jeden Gegner um euch im Umkreis von 30 Fuß und außerdem noch 6 Sekunden andauernde Verlangsamung! Geeignet zum Fliehen aus der Gegnermasse als auch zum Verfolgen, Verlangsamen, Vernichten!
Durch die Taktik “strafender Hieb” werdet ihr mit “anregender Angriff” nicht nur euren Eidfreund buffen, sondern außerdem noch den Gegner niederschlagen. Empfehlenswert für alle, die nicht nur gerne geheilt werden, sondern ihren Feind auch gerne am Boden sehen.
Nun zum offensiven Pfad-der-Vergeltung-Zweihandstump’n: Fast alle Angriffe sind dazu ausgelegt, Schaden zu machen und den Feind zu schwächen. Außerdem sollte man, wenn man Punkte in den Pfad investiert, auch eine Zweihandaxt verwenden, denn einige Angriffe setzen diese voraus.
Nicht unbedingt Pflicht, aber dennoch nett und hilfreich ist die Taktik “Großaxtmeisterung”, denn sie erhöht den ausgeteilten Schaden um 10% und die Chance zu parieren um 5%. Passend zum Pfad sollte man “süße Rache” einsetzen (erhöht die Chance kritisch zu treffen um 15% ab 50+ Groll). Wenn man unter chronischen Grollmangel leidet, empfiehlt der Arzt entweder “ansteigender Ärger”(baut mit jedem Schlag zusätzlich 5 Groll auf) oder “zwergischer Gegenschlag” (bei parieren erhält man 30 Groll), zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen sie bitte Erzmagier oder Sigmarpriester.
Mithilfe dieser Taktiken wird ein 100-Groll-Zwerg schnell mal zur tödlichen Waffe, da Fähigkeiten und die Chance, kritisch zu treffen verbessert wurden. Lasst euch aber nicht täuschen: Er wird keinen DD ersetzen können, jedoch ist ein Vergeltungseisenbrecher mit all seinem Schaden immer noch ein Tank mit fast gleicher Lebensdauer wie die schildtragenden Verwandten. Gegner können euch auf jeden Fall nicht so leicht ignorieren und werden euch auch gerne mal angreifen, und mit genügend Heilern im Rücken fegt ihr sie (meistens) auch schnell von den Beinen.
Die “runengeätzte Axt” gepaart mit “verstärkte Ätzungen” aus diesem Pfad verleiht euch einen AoE-Rückstoß im Umkreis von 20 Fuß. Dies ist Fluch und Segen gleichermaßen: Zahlreiche junge Bartlinge verwenden sie, wenn viele Gegner auf sie einschlagen und sich ihr Leben dem Ende nähert, um wenigstens einige Sekunden Zeit zu gewinnen. Manchmal hilfreich, aber es kommt häufig vor, dass Hexenkriegerinnen oder Chaosbarbaren mittenin euren Heilerpulk geschleudert werden. Diese werden sich für diesen Freifahrtschein bei euch bedanken, eure Heiler jedoch eher nicht. Viel eher sollte dieser Angriff dazu eingesetzt werden wenn ihr zum Heilerschutz abkommandiert seid, um Feinde von euren Lebenserhaltern fernzuhalten, oder Gegner von Brücken, Klippen, Abgründen etc zu schubsen (Tor Anrock lässt grüßen).
Tank und Heiler gehen eine natürliche Symbiose ein wie Bier und Kopfschmerz. Rennt nicht immer kopflos um jeden Preis nach vorn und dankt ihnen ruhig auch ein paarmal, indem ihr den Stoffies auch mal den Ar*** rettet, so wie sie es Schlacht für Schlacht mit dem Euren tun.
Denkt dran: Ein Panzer fährt ja schließlich auch nicht ohne Benzin.





